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Schon immer bildet der Garten für den Menschen einen Glücks- und Rückzugsort. Dies veranschaulichen auch die 130 farbenfrohen Gemälde des Prachtbandes. Zugleich laden sie zu einem Rundgang durch die Geschichte des Gartenbildes ein, da sie auch Kontinuität und Wandel in der Planung und gesellschaftlichen Funktion von Gärten vermitteln.

Gartenbilder dokumentieren kunsthistorische Entwicklungen, sowohl in der Gartengestaltung als auch in der Malerei. Zugleich sind sie Reflex der spezifischen gesellschaftlichen, historischen und ästhetischen Konzepte, innerhalb derer Gärten gedacht, geplant und angelegt wurden. Schon in der Antike dienten gemalte Gärten als Kunststück und Genussobjekt. Im mittelalterlichen Weltbild konnten sie als spirituell aufgeladene visuelle Metapher und als ikonographisch bedeutsamer Handlungsort zum Sinnbild theologischer Konzepte und geistiger Ideale werden. Eine pragmatische Funktion erfüllen Gartenbilder, in denen die vergängliche Erscheinung eines wirklichen Gartens festgehalten ist, wobei auch Sozialprestige beansprucht oder Wissen tradiert werden sollte. In seiner Blütezeit im 19. Jahrhundert wurde das Gartenbild für die Maler, die nicht selten selbst als Gärtner aktiv waren, bei der Erprobung bildnerischer Möglichkeiten und neuer Maltechniken zum ästhetischen Experimentierfeld und Ausdruck eines unmittelbaren, impressionistischen Natureindrucks. Bis in die Gegenwart zeigt das Bild des Gartens einen besonderen, von Mythen und Utopien besetzten Ort, der ebenso als Schauplatz der Entfremdung von Mensch und Natur verstanden werden kann wie als letzter Hort unbeschwerten Privatseins.
Künstler*innen
Herausgegeben von
Nils Büttner
Beiträge von
Produktsicherheit
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